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Smith, W. Eugene

Geboren: 30.12.1918, Wichita USA
Gestorben: 15.10.1978, Tucson USA

Smith publizierte bereits mit 15 Jahren Fotos in den beiden Lokalzeitungen von Wichita/Kansas. 1936/37 studierte Smith Fotografie an der Notre Dame-Universität und arbeitete danach als Fotojournalist für die Magazine Newsweek und Life sowie für die Agentur Black Star in New York. Während des Zweiten Weltkriegs war Smith als Fotojournalist aktiv, er berichtete von den Kriegsschauplätzen im Pazifik. 1945 wurde er während eines Granatenangriffs auf Okinawa schwer verletzt. Nach dem Krieg entstanden wichtige Fotoessays für das Magazin Life, wobei der Einzelgänger Smith bei den Redaktionen gefürchtet war, da er auf künstlerische Integrität bedacht war und sich auch keinem Termindruck beugen mochte. Eine Reportage über Albert Schweitzer in Afrika führte zum Bruch mit Life. Arbeitswut und Perfektionismus in Verbindung mit Alkohol und Amphetaminen hatten verschiedene Zusammenbrüche zur Folge. Nach drei Jahren bei der Agentur Magnum ging Smith ab 1958 eigene Wege. Die Jahre bei Magnum verbrachte Smith mit einer Fotodokumentation der Stahlstadt Pittsburgh. Die Arbeit ist so umfangreich, dass sie nie vollumfänglich gezeigt wurde. In den fünfziger und sechziger Jahren dokumentierte Smith die Jazz-Szene in New York (40 000 Fotos, 4000 Stunden Tonaufnahmen) und hielt, aus dem Fenster seiner Wohnung, Strassenszenen fest. Smiths Reportage über die Minamata-Krankheit in Japan 1971/72, ausgelöst durch die Umweltverschmutzung eines Chemiekonzerns, brachte ihm weltweite Notorietät. Smith starb an einem Schlaganfall, verbittert und verarmt. Er gehört zu den hervorragendsten Vertretern des Fotoessays und wird gar als der Begründer dieser fotografischen Erzählweise genannt. Der W. Eugene Smith Memorial Fund vergibt seit 1980 alljährlich den W. Eugene Smith Grant in Humanistic Photography.

EINZELPUBLIKATIONEN
«W. Eugene Smith» (Monografie), Aperture, New York 1969; «W. Eugene Smith: His Photographs and Notes», Aperture, New York 1973; «Minamata», Holt, Rinehart and Winston, New York 1975; «W. Eugene Smith. Early Work», University of Arizona, Tucson 1980; «W. Eugene Smith: Master of the Photographic Essay», Aperture, New York 1981; «Let Truth be the Prejudice: W. Eugene Smith, His Life and Photographs», Aperture, New York 1985; «W. Eugene Smith», Pantheon, New York 1986; «W. Eugene Smith: Du côté de l'ombre», Editions du Seuil, Paris 1988; «W. Eugene Smith», Könemann, Köln 1999; «Dream Street: W. Eugene Smith's Pittsburgh Project», Norton, New York 2001; «W. Eugene Smith», Phaidon, Berlin 2001; «Jazz Loft Project: Photographs and Tapes of W. Eugene Smith from 821 Sixth Avenue, 1957-1965», Knopf, New York 2009; «W. Eugene Smith. Realer als die Realität», Kehrer, Heidelberg 2011; «Big Book» (3 Bde.), University of Texas, Austin 2013.

SAMMELPUBLIKATIONEN
«The Family of Man» (Kat.), The Museum of Modern Art, New York 1955.

EINZELAUSSTELLUNGEN
Schweizerische Stiftung für die Photographie im Kunsthaus, Zürich 1979; Martin-Gropius-Bau, Berlin 2011 («W. Eugene Smith», Werkschau).

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