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Nadar

Geboren: 6.4.1820, Paris
Gestorben: 20.3.1910, Paris

Geboren als Gaspard-Félix Tournachon. Nach dem Tod des Vaters brach Nadar das Medizinstudium ab und begann aus wirtschaftlichen Gründen als Journalist zu arbeiten. Nebenbei zeichnete er, veröffentlichte Karikaturen und gründete 1849 die Revue Comique und den Petit Journal pour Rire. 1854 Eröffnung eines Ateliers für fotografische Porträts, es entstanden Aufnahmen der Schriftsteller Baudelaire, Balzac, Gautier, George Sand, Verne, Zola, von Malern wie Daumier, Corot, Courbet, Delacroix, Doré, Manet, Monet, von Komponisten wie Berlioz, Liszt oder Rossini sowie Bildnisse von Schauspielerinnen, Sängern, Politikern, Generälen und anderen Berühmtheiten. Nadars Porträts zeichnen sich durch Verzicht auf Krimskrams und Dekor aus, zudem verwendete er meist nur das vorhandene Tageslicht. 1858 fotografierte Nadar aus einem Fesselballon und wurde damit zum ersten Luftbildfotografen. Im selben Jahr liess er sein "nouveau système de photographie aérostatique" patentieren. In der Folge absolvierte Nadar weitere Ballonfahrten, nicht alle verliefen unfallfrei. Diese Fahrten inspirierten Jules Verne zu «Fünf Wochen im Ballon» (1863), seinem ersten Roman. Aufsehen erregten auch Nadars Aufnahmen der Katakomben und Abwasserkanäle von Paris, für die er mit Langzeitbelichtungen und Kunstlicht arbeitete. 1874 organisierte Nadar in seinem Atelier die erste Ausstellung impressionistischer Maler. 1895 eröffnete er ein Fotostudio in Marseille, 1909 kehrte er nach Paris zurück. Mit achtzig Jahren veröffentlichte Nadar seine Erinnerungen unter dem Titel «Quand j'étais photographe». Nadars Studio wurde nach seinem Tod vom Sohn Paul Nadar weitergeführt. Das Archiv wird von der Bibliothèque Nationale betreut.

EINZELPUBLIKATIONEN
«Quand j'étais étudiant», 1856; «Le miroir aux alouettes», 1858; «La robe de Déjanire», 1862; «Mémoires du Géant», 1864; «Le droit au vol», 1865; «La grande symphonie héroïque des punaises», 1877; «Histoire buissonnière», 1877; «Sous l'incendie», 1882; «Le monde où l'on patauge», 1883; «Nadar, Photograph berühmter Zeitgenossen», Schirmer/Mosel, München 1977; «Als ich Photograph war», Huber, Frauenfeld 1978; «Nadar, photographies», 2 Bde., Arthur Hubschmid, Paris 1979; Roger Greaves, «Nadar ou le paradoxe vital», Flammarion, Paris 1980; André Jammes, «Nadar: introduction, repères chronologiques, notes bibliographiques et techniques», Fondation Nationale de la Photographie, Paris 1982; «50 photographies de ses illustres contemporains», Julliard, Paris 1994; «Nadar» (Kat.), Schirmer/Mosel, München 1995; «Nadar», Phaidon, Berlin 2001; Richard Holmes, «Falling Upwards», Collins, London 2013; Julian Barnes, «Lebensstufen», Kiepenheuer & Witsch, Köln 2015; Adam Begley, «The Great Nadar: The Man behind the Camera», Tim Duggan Books, New York 2018; «Les Nadars. Une légende photographique» (Kat.), Bibliothèque Nationale de France, Paris 2018.

EINZELAUSSTELLUNGEN
Weltausstellung, Paris 1900 (Retrospektive); Musée d'Orsay, Paris 1994; Bibliothèque Nationale de France, Paris 2018/19 («Les Nadars. Une légende photographique»).

FILME
Stan Neumann, «Nadar, photographe», 1994; Michèle Domicini, «Nader. Ein Fotograf verändert die Welt», 2018.

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