Fernand Gigon, Fischer in der Provinz Jehol, China, 1956.
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von Martens, Friedrich

Geboren: 16.12.1806 (?), Venedig (?)
Gestorben: 12.1.1885

Stammt möglicherweise aus Württemberg. Berufslehre als Kupferstecher bei Sarasin in Basel. 1840 Zusammenarbeit mit Samuel Heer-Tschudi und Marc Secretan; Verbesserung von Optik, Aufnahmetechnik und Apparaten. Die drei machten in Lausanne die Daguerreotypie bekannt. 1844 erfand Martens in Paris eine Kamera, die es erlaubte, halbrund gebogene, panoramische Daguerreotypien herzustellen. Pendelte zwischen Paris und Lausanne, wo er sich meist im Sommer aufhielt. Martens lehrte Heer-Tschudi die Kollodiumtechnik, die er sich in Paris angeeignet hatte. Heer-Tschudi beauftragte seinen Neffen Oswald Welti mit der Ausführung. Martens war einer der frühen Fotografen der Alpen, erste Aufnahmen von 1851. Mit Paul Vionnet und Oswald Welti fotografierte Martens um 1863 im schwer erreichbaren Walliser Tal Derborence, wo 1714 und 1749 kolossale Bergstürze niedergegangen waren und einen Bergsee gebildet hatten. Reisen in ganz Europa und Ägypten. Französische Staatsbürgerschaft, Kaiserlicher Hoffotograf Napoleons III. Martens floh wahrscheinlich während der Pariser Kommune 1870/71 zurück in die Schweiz; seine Papiere sind, so nimmt man an, in Paris verbrannt.

SAMMELPUBLIKATIONEN
Elisabeth Breguet, «100 ans de photographie chez les Vaudois, 1839-1939», Payot, Lausanne 1981; René Perret, «Frappante Ähnlichkeit. Pioniere der Schweizer Photographie», BEA, Brugg 1991; «Im Licht der Dunkelkammer. Die Schweiz in Photographien des 19. Jahrhunderts aus der Sammlung Herzog», Christoph Merian Verlag, Basel 1994; «L‘ère du chamboulement. Lausanne et les pionniers de la photographie, 1845-1900», Musée Historique, Lausanne 1995.

GRUPPENAUSSTELLUNGEN
Landesmuseum, Zürich 1994 («Im Licht der Dunkelkammer. Die Schweiz in Photographien des 19. Jahrhunderts aus der Sammlung Herzog»).

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