Anonym, Porträt eines älteren Paares, Ferrotypie, 1860-1870er Jahre
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Rauch, Josef

Geboren: 13.5.1847
Gestorben: 30.5.1907

Rauch gilt als einer der Pioniere der Fotografie im Engadin. 1865 eröffnete er in Schuls in der Villa Rauch ein Geschäft für Fotografie, Optik und Uhrmacherei. Rauch war Spezialist für Porträt- und Landschaftsaufnahmen. Nach seinem frühen Tod verkaufte die Witwe das Haus an ihren Bruder, der daraus das Hotel Valentin machte. Ein Neffe, Nicolaus Rauch (1875-1967), lernte bei seinem Onkel und später bei Foto-Link in Zürich das fotografische Handwerk. Sein Vater, ein vermögender Geschäftsmann, baute ihm in Schuls ein ansehnliches Atelier mit Glasdach. Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs blieben die Touristen aus, Rauchs Geschäfte gingen derart schlecht, dass er sein Land bebauen musste, um seine vielköpfige Familie ernähren zu können. 1926 eröffnete er mit seinem Sohn Wilhelm (*1904) eine Filiale in Celerina, die bestens florierte. Dort konzentrierte sich Rauch auf die Wintergäste, denen er ihr Porträt bereits am folgenden Tag zum Kauf anbot. 1948 zog sich Nicolaus Rauch aus dem Geschäft zurück, während Wilhelm Rauch vorerst das Geschäft in Schuls weiterführte, bis er 1954 ein eigenes Geschäft einrichtete. 1975 sah er sich gewungen, dieses zu verkaufen, da er keinen Nachfolger fand.

SAMMELPUBLIKATIONEN
Paul Hugger (Hg.), «Bündner Fotografen» (Kat.), Offizin, Zürich 1992; «Albert Steiners Erben» (Kat.), Benteli, Bern 2010.

GRUPPENAUSSTELLUNGEN
Bündner Kunstmuseum, Chur 1992 («Bündner Landschaftsfotografen»), 2010 («Foto Szene GR. Albert Steiners Erben»).

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