Hans Baumgartner, Kranen, Paris 1930er Jahre.
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Fasciati, Agostino

Geboren: 1864, Soglio
Gestorben: 1942

Mit Andrea Garbald und Anton von Rydzewski gehört Fasciati zu den ersten Fotografen im Bergell. Nach dem Lehrerseminar in Chur und einigen Semestern in Zürich und Florenz unterrichtete Fasciati an verschiedenen Schulen in Italien und in der Schweiz. Nach seiner Rückkehr nach Soglio unterrichtete er während elf Jahren als Sekundarlehrer, er war auch Gemeindepräsident und Bündner Grossrat. Als lautstarker Sozialist, der das Pseudonym Fulvio Reto benutzte, machte sich Fasciati im Bergell viele Feinde. Diese orchestrierten 1923 die Abschaffung der Sekundarschule in Soglio und damit Fasciatis Entlassung. Als Gründer und Chefredaktor der sporadisch erscheinenden Zeitung La Bregaglia del Popolo blieb er seinen Feinden ein dauerndes Ärgernis. Fasciati trat auch als Lyriker hervor. Als Fotograf interessierte er sich weniger für den Klassenkampf als für die majestätischen Berglandschaften des Bergells und des Engadins. Einige anonyme Fotografien der Künstlerfamilie Giacometti stammen möglicherweise von Fasciati. Der Nachlass lagert bei Arnoldo Giacometti in Promontogno.

EINZELPUBLIKATIONEN
«Chiaroscuri», Giovanni Ogna, Chiavenna 1890; «Giovinezza», Tipografia Luganese Sanvito & Cie., Lugano 1925; «Carezze e baci», ib. 1931.

SAMMELPUBLIKATIONEN
«Pioneri della fotografia nel Grigioni italiano», Quaderni grigionitaliani 4/2009, Chur 2009.

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