Martin Glaus, „Tour de Suisse“, 1959.
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Eynard, Jean-Gabriel

Geboren: 28.12.1775, Lyon
Gestorben: 5.2.1863, Genf

Sohn eines Kaufmanns. Financier, Diplomat, Mäzen. Gründung eines Bankhauses 1796, wird reich im internationalen Geldverleih. Finanzberater von Marie-Louise de Bourbon, Königin von Etrurien, sowie der Grossherzogin der Toskana und Schwester von Napoleon Bonaparte, Elisa Bacciochi. Niederlassung in Genf 1810. Teilnahme am Wiener Kongress, dort Bekanntschaft mit Ioannes Antonios Kapodistrias, der ihn für den griechischen Freiheitskampf gegen das Osmanische Reich entflammte. Eynard koordinierte in der Folge die philhellenischen Aktivitäten in Europa und stellte nach 1825 sein Vermögen in den Dienst des griechischen Freiheitskampfes. Beteiligt an der Gründung der griechischen Nationalbank 1842. In Genf liess Eynard das Palais de l’Athénée bauen, das er 1863 der Société des Arts schenkte. Eynards Interesse für die Fotografie setzte in fortgeschrittenem Alter ein. Er gehörte nach 1840 zu den ersten, die in der Schweiz Daguerreotypien herstellten, 1852 war Eynard ein Pionier der Stereo-Daguerreotypie. Erhalten sind rund 150 sorgfältig komponierte und theatralisch inszenierte Daguerreotypien, viele zeigen Eynard selber, seine Familie und seine diversen Anwesen. N.-M.-P. Lerebours und Marc Secretan äussern sich in ihrem Standardwerk «Traité de Photographie» (1842) lobend über Eynards Arbeiten.

EINZELPUBLIKATIONEN
«Journal de Jean-Gabriel Eynard au Congrès de Vienne», Jullien, Genf 1914; «Le Chevalier Jean-Gabriel Eynard. Hommage à sa mémoire à l’occasion du centenaire de sa mort», Griechische Nationalbank, Athen 1963.

SAMMELPUBLIKATIONEN
«Histoire de la Confédération Suisse», Payot, Lausanne 1919; «Un Siècle de Vie Genevoise», Journal de Genève, Genf 1929; «Damals in der Schweiz. Kultur, Geschichte, Volksleben der Schweiz im Spiegel der frühen Photographie», Huber, Frauenfeld 1980; René Perret, «Frappante Ähnlichkeit. Pioniere der Schweizer Photographie», BEA, Brugg 1991; «Im Licht der Dunkelkammer. Die Schweiz in Photographien des 19. Jahrhunderts aus der Sammlung Herzog», Christoph Merian Verlag, Basel 1994; «Seitenblicke. Die Schweiz 1848 bis 1998 – eine Photochronik» (Kat.), Offizin, Zürich 1998; Alain Fleig, «Paul Vionnet: Au temps du calotype en Suisse romande», Ides et Calendes, Neuchâtel 2000; René Perret, «Kunst und Magie der Daguerreotypie. Collection W. + T. Bosshard», BEA- und Poly-Verlags AG, Brugg 2006.

EINZELAUSSTELLUNGEN
«Daguerréotype», Genf 1923; Bibliothèque publique et universitaire, Genf 1983.

GRUPPENAUSSTELLUNGEN
Musée de l’Elysée, Lausanne 1988; Royal Academy, London 1989; Musée d'Orsay, Paris 1989 («L'invention du regard»); Landesmuseum, Zürich 1994 («Im Licht der Dunkelkammer. Die Schweiz in Photographien des 19. Jahrhunderts aus der Sammlung Herzog»); Forum der Schweizer Geschichte, Schwyz 1998/99 («Seitenblicke. Die Schweiz 1848 bis 1998 – eine Photochronik», Wanderausstellung); Fotostiftung Schweiz, Winterthur 2006/07 («Lichtspuren. Daguerreotypien aus Schweizer Sammlungen 1840 bis 1860»).

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