Hans Baumgartner, „Znünipause“, Sulgen 1939.
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Dobrzanski

Schweizerische Fotografenfamilie weissrussischer Herkunft. Borislav Dobrzanski (1843-?) kam nach der Niederschlagung des polnischen Aufstands gegen Russland 1863/64 als Asylant in die Schweiz. Er arbeitete als Fotograf in Fribourg, Luzern und Winterthur. 1873 beantragte er in der Gemeinde Fischenthal ZH seine Einbürgerung, weil er eine dort heimatberechtigte Schweizerin heiratete. Dobrzanski kehrte um 1876 mit seiner Frau nach Weissrussland zurück und eröffnete ein Fotogeschäft in Kremenez. Die Söhne Stanislav (1879-?) und Borislav jun. (1874-1932) erlernten die Fotografie in einer lithografischen Anstalt in Moskau, Stanislav war kurzzeitig als Hoffotograf tätig. Um 1900 wanderten die Brüder in die Schweiz aus. Nachdem Stanislav längere Zeit in Zug aktiv war, wo er wahrscheinlich das Geschäft von Eduard Weiss übernahm, übergab er dieses 1922 seinem Bruder Borislav jun., der es bis zu seinem Tod 1932 führte. Stanislav etablierte sich mit seiner Familie als Fotograf in Lugano. 1929 kehrte er in die Deutschschweiz zurück und liess sich in Diessenhofen nieder, wo er ein Fotogeschäft eröffnete; ein zweites führte er in Stein am Rhein. Sein Sohn Edmondo wurde ebenfalls Fotograf, widmete sich aber vor allem der Malerei.

SAMMELPUBLIKATIONEN
«Der Kanton Zug und seine Fotografen 1850-2000», Zürcher Druck und Verlag, Rotkreuz 2001.

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