Fernand Gigon, Flösser bei Chungking, China, 1956.
Balthasar Burkhard, Das Bett (Fotoleinwand mit Markus Raetz), 1969/1970.
© Estate Balthasar Burkhard

Balthasar Burkhard

10. Februar bis 21. Mai 2018

 

In einer grossen Retrospektive würdigen das Fotomuseum und die Fotostiftung den Schweizer Künstler Balthasar Burkhard (1944–2010). Burkhards Schaffenszeit umspannt ein halbes Jahrhundert: Von seinen fotografischen Anfängen in der Ausbildung bei Kurt Blum über seine Rolle als Chronist der Gegenwartskunst bis zu seinem internationalen Durchbruch als Fotokünstler. Burkhard war einer der ersten, der die Fotografie als monumentales «Tableau» in die zeitgenössische Kunst überführte. Er interpretierte den Körper als Skulptur und nutzte die Leinwand, um die Fotografie von ihrer Abbildfunktion zu befreien. An über 150 Werken und Werkgruppen spürt die Ausstellung der künstlerischen Selbsterfindung eines Fotografen nach, an der sich gleichsam die Ausformung des Mediums Fotografie als Kunst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ablesen lässt. Die in zwei Teile gegliederte Schau findet parallel in den Räumen der Fotostiftung und des Fotomuseums statt.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation bei Steidl. Realisiert in Zusammenarbeit mit dem Museum Folkwang, Essen, und dem MASI Museo d’arte della Svizzera italiana, Lugano.

 

 

Jojakim Cortis & Adrian Sonderegger, Making-of «Tian'anmen» (von Stuart Franklin, 1989), 2013.
© Jojakim Cortis & Adrian Sonderegger

Jojakim Cortis & Adrian Sonderegger
Double Take

2. Juni bis 9. September 2018

Fünf Jahre lang arbeitete das Zürcher Künstlerduo Jojakim Cortis & Adrian Sonderegger an einem Projekt, das nicht nur durch sein Konzept besticht, sondern auch die Schaulust weckt. «Double Take» ist ein verführerisches Spiel mit ikonischen Bildern der internationalen Fotogeschichte: Aufnahmen, die sich ins kollektive Gedächtnis eingeprägt haben, werden als dreidimensionale Modelle nachgebaut – eine akribische Bricolage aus Karton, Sand, Holz, Stoff, Watte, Gips und Klebstoff. Jojakim Cortis & Adrian Sonderegger nehmen ihre Konstruktionen so auf, dass sich wiederum ein Bild ergibt, das der Aufnahme der ursprünglichen, realen Szene verblüffend nahe kommt. Die Illusion wird aber immer wieder humorvoll gebrochen durch die ins Bild einbezogene Ateliersituation sowie allerlei Überbleibsel vom Aufbau der rekonstruierten Szenen. In einer Zeit, in der das Schlagwort «postfaktisch» die Runde macht, fordert «Double Take» dazu heraus, den Wahrheitsgehalt der Fotografie zu überprüfen.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation bei Lars Müller Publishers (deutsch) und Thames & Hudson (englisch).


Walter Bosshard, Soldaten beim Spiel in der Freizeit. China, 1938.
© Fotostiftung Schweiz / Archiv für Zeitgeschichte

Walter Bosshard / Robert Capa
Wettlauf um China

22. September 2018
bis 10. Februar 2019

Der Schweizer Walter Bosshard hat den modernen Fotojournalismus mitgeprägt. Um 1930, als neu gestaltete illustrierte Zeitschriften beispiellose Erfolge feierten, war er an vorderster Front dabei. Seine Bildberichte erreichten ein Millionenpublikum und machten ihn zu einem international gefragten Star-Reporter. Ab 1931 konzentrierte sich Bosshard auf China, 1933 liess er sich in Peking nieder. Er ahnte, dass dem Reich der Mitte tiefgreifende Umwälzungen bevorstanden. Fotografierend und schreibend verfolgte er den verheerenden Krieg gegen Japan und den Machtkampf zwischen Nationalisten und Kommunisten, tauchte aber auch in den chinesischen Alltag ein. Als erster Europäer erreichte er 1938 die Lösshöhlen von Yan’an, wo Mao und die Rote Armee ihre Kräfte sammelten. Bosshard gewann damit auch den Wettlauf der Medien – unter anderem vor Robert Capa, der damals sein Freund und Rivale war. Die Ausstellung der Fotostiftung Schweiz zeigt neue, unbekannte Bilder von Walter Bosshard und konfrontiert sie mit den gleichzeitig in China entstandenen Reportagen von Robert Capa.

In Zusammenarbeit mit Archiv für Zeitgeschichte der ETH Zürich, ullstein bild Berlin und ICP New York.