Hans Baumgartner, Zaungäste am Pfingstrennen, Frauenfeld 1936.

Polizeihund, Zürich, 2016, aus der Serie «How to Secure a Country», 2014–2018 © Salvatore Vitale

Salvatore Vitale
How to Secure a Country

23. Februar bis 26. Mai 2019

Die Schweiz gilt gemeinhin als eines der sichersten Länder der Welt – und als ein Beispiel für Effizienz und Produktivität. Aber wie gewährleisten staatliche und private Einrichtungen dieses wertvolle Gut, das ebenso ein Grundbedürfnis wie ein Milliardengeschäft ist? Und wieviel Freiheit sind wir als Bürger bereit, für unsere Sicherheit preiszugeben? Salvatore Vitale (geb. 1986 in Palermo, lebt in Lugano und Zürich) untersucht in seinem mehrjährigen visuellen Forschungsprojekt die Mechanismen, die diesem Präventions- und Abwehrschild zugrunde liegen. Die vielfältigen daran beteiligten Akteure – Polizei, Militär, Zoll- und Migrationsbehörden, Wetterdienste, IT-Unternehmen und Forschungseinrichtungen für Robotics und Artificial Intelligence – unterzieht er dabei einer eingehenden Betrachtung. Die Ausstellung macht die mitunter verborgene und oftmals abstrakte Herstellung von Sicherheit auf sinnliche Weise erfahrbar, in einem Parcours, der Fotografien, aber auch Datenanalysen und eine sensorbasierte Installation einschliesst. Sie versteht sich als aktuellen künstlerischen Debattenbeitrag in einer Gesellschaft, die sich mit wachsenden Bedrohungen – real oder wahrgenommen – durch Terrorismus und Cyber-Kriminalität, Überwachung und Datenmissbrauch konfrontiert sieht. Die Fotostiftung Schweiz präsentiert die erste umfassende Ausstellung dieser Arbeit des Schweizer Künstlers italienischer Abstammung.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation bei Lars Müller Publishers.

Sonderveranstaltungen
Sonntag, 31. März, 11.30 Uhr Dialogische Führung: Der Schweizer Sicherheitskomplex im globalen visuellen und politischen Kontext. Roland Bleiker (Professor für Internationale Beziehungen an der Universität Queensland) und Jonas Hagmann (Senior Researcher und Senior Lecturer am Institute of Science, Technology and Policy der ETH Zürich) im Gespräch mit Lars Willumeit.

Sonntag, 21. April, 11.30 Uhr Künstlerführung: Seeing the State vs. Seeing like a State. Salvatore Vitale im Gespräch mit Lars Willumeit (in englischer Sprache).

Sonntag, 12. Mai, 11.30 Uhr Podiumsgespräch: Tracing Security in Late Modernity: From Investigative Processes to Media Exploration. Susan Schuppli (Künstlerin und Forscherin, Reader und Director am Centre for Research Architecture, Goldsmiths) im Gespräch mit Salvatore Vitale und Lars Willumeit (in englischer Sprache).

Sonntag, 19. Mai, 11 Uhr Performance-Vortrag: What, How and for Whom? Data Collection in the Name of Security. Mit Sicherheitsfachleuten und Datenexperten, organisiert von Opendata.ch (in englischer Sprache).