Anonym, Caroline Imhof-Hünerwadel, Daguerreotypie, um 1850.

© Franziska Kunze

IN A STATE OF FLUX
Fotofehler im Wandel der Zeit

20. Oktober bis 17. Februar

Fotobibliothek
in der Passage

Fotografische Fehler gehören seit Erfindung des Mediums zu den erklärten Feinden der Fotograf_innen. Gleichwohl sind sie auch immer wieder Quellen künstlerischer Kreativität und medialer Reflexion. In a State of Flux zeichnet jenen wechselvollen Weg fotografischer Entwicklungsfehler von versehentlichen Unfällen zu künstlerischen Strategien nach und präsentiert auch digitale Formen sogenannter Glitch Art.

Die Wirklichkeit bestmöglich imitierend, soll(t)en fotografische Bilder genau das zeigen, was sich im Moment des Auslösens vor der Kamera befunden hat. Der Weg zur Vervollkommnung des Mediums war indes gesäumt von Zu- und Unfällen, Missgeschicken und Übeln – kurz: Fehlern. Materialerscheinungen wie eine grobe Kornstruktur der Silbergelatine oder Entwicklerflecken schrieben sich sichtbar in die Bildoberfläche ein und verstellten das eigentliche Motiv. Fotozeitschriften und Handbücher reagierten darauf, indem sie die Abweichungen genauestens analysierten und gemeinsam mit der Leserschaft diskutierten. Im Laufe der Zeit verschob sich jedoch immer wieder der Umgang mit diesen «Fehlern»: Sogenannte Geisterfotograf_innen nutzten sie zur vermeintlichen Darstellung des Übersinnlichen, Gebrauchsgrafiker_innen erkannten ihr kreatives Potenzial, Künstler_innen erzeugten Werke, die mit der Wahrnehmung der Betrachter_innen spielten, und auch im Digitalen avancierte das Fehlerhafte zur Kunstform.

Kuratiert von Franziska Kunze, Stipendiatin der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung im Fotomuseum Winterthur

2.2.2019: Spezialführung mit Franziska Kunze und Matthias Gabi

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