Hans Baumgartner, Zaungäste am Pfingstrennen, Frauenfeld 1936.

vergessen & verkannt – aus der Sammlung der Fotostiftung Schweiz

3. Juni bis 20. August 2006

  

Gerda Meyerhof
Rückenakt, 1973
© Fotostiftung Schweiz

Martin Imboden
Frauenportrait, 1926/29
© Fotostiftung Schweiz

Martin Glaus
Seebergseedorfet, 1958
© Fotostiftung Schweiz / ProLitteris

Seit ihrer Gründung vor 35 Jahren hat sich die Fotostiftung Schweiz zum Ziel gesetzt, fotografische Werke - hauptsächlich mit Bezug zur Schweiz - in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen zu sammeln, zu vermitteln und zu dokumentieren. Dazu gehört insbesondere die Übernahme und Betreuung ganzer Nachlässe und Archive. Die Ausstellung "vergessen & verkannt" gibt Einblick in sieben (Lebens-)Werke, für deren Erhaltung sich die Fotostiftung Schweiz einsetzt - Werke, die aus verschiedenen Gründen aus dem Raster der öffentlichen Wahrnehmung zu fallen drohen. Der Titel bezieht sich auf ein breites Feld fotografischen Schaffens, das im Schatten der spektakulären, unter Innovationsdruck stehenden Bildproduktion des heutigen Kunstbetriebs liegt.

Doris Quarella
Ambros Lussmann, Holzarbeiter, Silenen, 1979
© Fotostiftung Schweiz

Wilhelm Felber
Hochzeit im Hirserenbad, 1939
© Fotostiftung Schweiz

Peter W. Häberlin
Buduma-Frau, um 1943
© Fotostiftung Schweiz

Hugo Jaeggi
Trudi R., 1987
© Hugo Jaeggi

Gemeinsamer Nenner der sieben Fotografinnen und Fotografen ist die intensive Beschäftigung mit der Darstellung des Menschen. Dabei prallen weit voneinander abweichende ästhetische Haltungen aufeinander: die schwärmerische Idealisierung nach dem Vorbild der Malerei kontrastiert mit der Sachlichkeit im Sinne der "straight photography", der reportageartige Einbezug des Milieus reibt sich an einer soziologisch abgestützten Porträtserie. Darüber hinaus erweisen sich die sieben Positionen aber auch als aufschlussreiche Fragmente einer Geschichte der Porträtfotografie - einer Geschichte, die nicht nur technische Veränderungen widerspiegelt. Die Ausstellung macht bewusst, wie sehr sich unsere Welt- und Menschenbilder, bedingt durch ideologischen und gesellschaftlichen Wandel, im Laufe des 20. Jahrhunderts verschoben haben. Martin Imboden (1893-1935), Peter W. Häberlin (1912-1953), Wilhelm Felber (*1918), Gerda Meyerhof (*1914), Martin Glaus (*1927), Hugo Jaeggi (*1936) und Doris Quarella (1944-1998) geben sieben eigenständige und faszinierende Antworten auf die Frage: was ist der Mensch, was ist die Gesellschaft?

Publikation: vergessen & verkannt - aus der Sammlung der Fotostiftung Schweiz. Hrsg. von Peter Pfrunder. Fotostiftung Schweiz / Limmat Verlag, 2006.