Fernand Gigon, Flösser bei Chungking, China, 1956.

Karl Geiser, Fotografien

3. März 2007 bis 20. Mai 2007

   

Karl Geiser (1898-1957), einer der bedeutendsten Schweizer Bildhauer des 20. Jahrhunderts, war auch ein obsessiver Fotograf. Mit der Kamera befreite er sich von den unerfüllbaren Ansprüchen, die ihn bei der Arbeit an den Skulpturen fast erdrückten. Er fotografierte, wenn er das Atmosphärische, das flüchtige Erlebnis, das Spiel des Lichts, die äussere oder innere Stimmung festhalten wollte - auf Strassen und Plätzen, an Märkten und Volksfesten. Oder im Atelier, um sich seine Modelle "anzueignen". Seine Bilder zeigen einen intensiven, liebevollen Blick auf Menschen, fügen sich aber auch zu einer spontanen und berührenden Chronik seiner Gefühle.

Frankreich, um 1937
© Fotostiftung Schweiz

Marseille, 1937
© Fotostiftung Schweiz

Paris, 1936
© Fotostiftung Schweiz

Karl Geiser ist Ende März 1957 in seinem Atelier in Zürich gestorben - das genaue Datum ist nicht bekannt. 50 Jahre nach seinem Tod lädt die Fotostiftung Schweiz dazu ein, Geisers Fotografie wieder zu entdecken. Zu diesem Zweck wurde der fotografische Nachlass, der von der Fotostiftung betreut wird, systematisch aufgearbeitet und neu ausgewertet. Für die Ausstellung wurden zahlreiche Neuabzüge von bisher unbeachteten Negativen hergestellt. Eine Auswahl aus den über 400 Kartonbögen, auf denen er seine Bilder thematisch, seriell oder rhythmisch arrangierte, geben überdies Einblick in ein verblüffend modernes Kernstück seines fotografischen Schaffens.

Karl Geiser, Maria Vanz, Zollikon um 1936
© Fotostiftung Schweiz

Im Elsass, vor 1939
© Fotostiftung Schweiz

Guerino im Atelier, um 1930
© Fotostiftung Schweiz

Mit Unterstützung von Memoriav, Verein zur Erhaltung des audiovisuellen Kulturguts der Schweiz

Parallel zur Ausstellung in der Fotostiftung Schweiz zeigt das Kunstmuseum Winterthur unter dem Titel "Impressions de Paris" Zeichnungen und Radierungen von Karl Geiser (Eröffnung 2. März, 18.30 Uhr).