Fernand Gigon, Fischer in der Provinz Jehol, China, 1956.

Hannes Schmid – Never Look Back

12. Juni bis 19. September 2010

  

Cowboy Nr. 1, 2007, Öl auf Leinwand
© Hannes Schmid

Der Cowboy, der durch die endlos scheinende Prärie reitet und nie zurückschaut, ist eine moderne Ikone, die wesentlich aus fotografischen Bildern geformt wurde. Eine wichtige Rolle spielte dabei die Werbekampagne für die Marlboro-Zigarette mit der Erfindung des „Marlboro-Man“. Während zehn Jahren hat der Schweizer Hannes Schmid unzählige Fotografien für diese Kampagne realisiert. Durch Inserate und Plakate weltweit verbreitet, haben sie die Sehnsucht des Publikums nach Freiheit und Abenteuer immer von neuem beflügelt. Was ist das Geheimnis hinter dem Erfolg des legendären Cowboys? Wie erfindet man Bilder, die so einprägsam sind, dass sie in unser kollektives Gedächtnis eingehen? Die Ausstellung der Fotostiftung Schweiz gibt Einblick in die Erzeugung einer perfekten Illusion. Sie beleuchtet „The Making of...“, aber auch das Weiterleben eines Helden, der neben Micky Maus, Tarzan oder Barbie zu den einflussreichsten Figuren gehört, die gar nie existierten.

Cowboy Nr. 6, 2008, Öl auf Leinwand<br />© Hannes Schmid

Hannes Schmid, 1946 in Zürich geboren, fotografierte den Marlboro-Man zwischen 1993 und 2002. Zuvor hatte er sich als Reporter, als Fotograf von Rockbands sowie durch seine Arbeiten für Vogue, Elle, Cosmopolitan, Harper’s Bazaar oder Stern einen Namen gemacht. In der Modefotografie war er unter anderem wegen seinen ungewöhnlichen Inszenierungen aufgefallen – mit Bildern, die eindeutig arrangiert sein mussten, aber dennoch wie Reportage-Bilder wirkten. Bei seinem Marlboro-Auftrag gelang es ihm, der damals schon gefestigten Ikone neue Facetten zu verleihen.

Cowboy Nr. 2, 2007, Öl auf Leinwand
© Hannes Schmid

Neben kommerziellen Aufträgen realisierte Hannes Schmid auch immer wieder freie künstlerische Projekte (Maha Kumbh Mela, 2001, For Gods Only, 1998–2006). In jüngster Zeit greift er dabei auch auf seine Cowboy-Fotografien zurück und benutzt sie als Vorlagen für monumentale, fotorealistische Gemälde, die er in monatelanger, akribischer Feinarbeit auf die Leinwand bringt. Nicht Dekonstruktion, sondern ironische Übersteigerung ist das Resultat: Szenen, die im Bruchteil einer Sekunde aufgenommen wurden, verlieren auf diese Weise ihren flüchtigen und ausschnittartigen Charakter.

Cowboy Nr. 3, 2008,
Öl auf Leinwand
© Hannes Schmid

Cowboy Nr. 11, 2008,
Öl auf Leinwand
© Hannes Schmid

Die Ausstellung wird unterstützt durch die Firma Dettling & Marmot AG mit dem Projekt „The Macallan Rankin“, das Bundesamt für Kultur, Studio Arte, Zürich, und Ronny Ochsner/Tricolor, Zürich.