Hans Staub, Umsiedlung von Bauern am Sihlsee, 1933.

Albert Steiner – das fotografische Werk

3. Dezember 2005 bis 21. Mai 2006

   

Albert Steiner (1877-1965) gehört zu den herausragenden Schweizer Fotografen des 20. Jahrhunderts. Seine Landschaftsfotografien aus dem Engadin, wo er während 46 Jahren lebte und arbeitete, sind auch im internationalen Vergleich einzigartig. Sie haben die Wahrnehmung der Schweiz als unverdorbenes Alpenland von paradiesischer Schönheit wesentlich mitgeprägt. Inspiriert von Malern wie Giovanni Segantini und Ferdinand Hodler schuf Steiner Bilder, die Ausdruck einer tiefen Naturverehrung, einer unermüdlichen Suche nach zeitloser Schönheit und metaphysischer Wahrheit sind. Seine sorgfältig aufgebauten, lichtdurchfluteten Kompositionen bringen eindrucksvoll die Erfahrung menschlicher Nichtigkeit angesichts der Grösse und Erhabenheit der Bergwelt zum Ausdruck. Erstaunlicherweise hat Steiners Werk aber bis heute nicht die Wertschätzung erhalten, die es verdient.

Die Ausstellung "Albert Steiner - das fotografische Werk" zeigt mit rund 150 Arbeiten aus verschiedenen öffentlichen und privaten Sammlungen den ersten umfassenden Überblick über Steiners Schaffen, das zwischen 1910 und 1930 seine volle Blüte erreichte. Dabei werden auch die unterschiedlichen Ansätze gewürdigt, mit denen der Fotograf die Bergwelt interpretierte. Mit einer malerischen, aus dem Umfeld des Piktorialismus hervorgegangenen Fotografie übersteigerte er die Landschaft manchmal bis ins Unwirkliche. Mit einer sachlichen und grafischen Bildsprache orientierte er sich in den zwanziger Jahren aber auch an den Grundsätzen der Neuen Sachlichkeit und schuf aus dieser Haltung heraus das erste moderne Fotobuch der Schweiz (Schnee Winter Sonne, 1930), vergleichbar mit Albert Renger-Patzschs Klassiker Die Welt ist schön (1928).

Steiners intensive, ja fast obsessive Beschäftigung mit der Bergwelt entspringt einer eigenständigen Vision. Wie kaum ein anderer Schweizer Fotograf vor ihm fühlte sich Albert Steiner als Künstler. Und im Gegensatz zu vielen seiner Zeitgenossen war es für ihn selbstverständlich, dass sich die Fotografie dazu eignet, Kunstwerke zu schaffen. Nicht zuletzt darauf beruht die Aktualität seines Werkes.

Publikation: Albert Steiner. Das fotografische Werk. Herausgegeben von Peter Pfrunder und Beat Stutzer, mit Beiträgen von Anne Hammond, René Perret, Peter Pfrunder, Beat Stutzer und Hans Peter Treichler. 240 Seiten, 198 Abbildungen. Benteli Verlag, Bern.

Ausstellung und Buch entstanden in Zusammenarbeit mit dem Bündner Kunstmuseum Chur und der Galleria Gottardo, Lugano.

Hauptsponsor: Banca del Gottardo

Mit Unterstützung von Willy Muntwyler Stiftung, ArsRhenia Stiftung, Boner Stiftung für Kunst und Kultur, Biblioteca Engiadinaisa, Migros Kulturprozent, Bruno Bischofberger.