Gotthard Schuh, Giraffenpaar, um 1958.

Rodtschenko, Alexander

* 5.12.1891, † 3.12.1956

Ausbildung zum Zahntechniker 1908/09. Kunsthochschule in Kasan 1910-1914, danach Grafikstudium an der Stroganow-Schule in Moskau. 1918 Übergang von der abstrakten Malerei zu dreidimensionalen Konstruktionen. 1920 Gründungsmitglied des Moskauer Instituts für Künstlerische Kultur. 1920-1930 Lehrer in der Metallklasse der staatlichen Kunsthochschule. Ab 1923 war Rodtschenko auch als Typograph tätig und arbeitete bei verschiedenen Verlagen und Zeitschriften wie Kino-fot, LEF, Dajosch. In dieser Phase kam es zu einer intensiven Zusammenarbeit mit dem Dichter Vladimir Majakowski, es entstanden Plakate, Firmenschilder, Leucht- und Bildreklamen u.a.m. in einem einfachen, klaren und funktionsgerechten graphischen Stil. Rodtschenko war der erste Künstler der UdSSR, der mit der Collagetechnik arbeitete, wobei er mit nichtfigürlichen Elementen oder der Verwendung von Zeitungs- oder Fotofragmenten abstakte Kombinationen bildete. Von der Collage ging Rodtschenko zur Fotomontage über. Die politischen Verhältnisse hatten zur Folge, dass Rodtschenko in den dreissiger Jahren zunehmend als Fotoreporter arbeiten musste; Reportagen über den Bau des Weissmeerkanals 1931/33 und über die Sportparaden auf dem Roten Platz 1935-1941 entstanden sowie die Fotoserien "Moskau" und "Zirkus". Als Fotograf ist Rodtschenko ein wichtiger Vertreter des russischen Konstruktivismus. Dank ihrer ungewöhnlichen Perspektiven und der abstrakt-grafischen Wirkung haben viele seiner dynamisch wirkenden Aufnahmen einen hohen Wiedererkennungswert. 1942 gab Rodtschenko die Fotografie auf und kehrte zur Malerei zurück. 1943-1944 war er künstlerischer Leiter am Haus der Technik.

EINZELPUBLIKATIONEN
Alexander Rodtschenko: Fotografien 1920–1938» (Kat.), Wienand, Köln 1978; «Fotografien und Fotomontagen», Verlag der Kunst, Dresden 1981; «Rodčenko-Fotografien», Schirmer/Mosel, München 1982; «Alexander Rodtschenko: Maler, Konstrukteur, Fotograf», Verlag der Kunst, Dresden 1983; «Rodtschenko, Fotograf: 1891–1956. Bilder aus dem Moskauer Familienbesitz» (Kat.), Arkana, Göttingen 1989; «Alexander Rodchenko: Photography 1924–1954», Könemann, Köln 1995; «Alexander Rodschenko – Das neue Moskau» (Kat.), Schirmer/Mosel, München 1999; «Alexander Rodtschenko» (Kat.), Nicolai, Berlin 2008; Anne Rennert, «Rodčenkos Metamorphosen: zur Dynamik der Form im fotografischen Werk», Deutscher Kunstverlag, München 2008; «Rodtchenko» (Kat.), Reinhardt, Basel 2009; «Schwarz und Weiß: Schriften zur Photographie», Fink, Paderborn 2011; «Rodchenko» (Kat.), Steidl, Göttingen 2012; «Alexander Rodtschenko», Hatje Cantz, Ostfildern 2013; «Rodtschenko. Eine neue Zeit» (Kat.), Hirmer, München 2013.

EINZELAUSSTELLUNGEN
Schweizerische Stiftung für die Photographie im Kunsthaus, Zürich 1978; Museum Ludwig, Köln 1978 («Alexander Rodtschenko: Fotografien 1920–1938», Wanderausstellung); Kunstsammlung der Universität, Göttingen 1989 («Rodtschenko, Fotograf: 1891–1956. Bilder aus dem Moskauer Familienbesitz»); Sprengel-Museum, Hannover 1999 («Alexander Rodschenko – Das neue Moskau», Wanderausstellung); Martin-Gropius-Bau, Berlin 2008 («Alexander Rodtschenko»); Funcación Canal, Madrid 2009 ("Rodtchenko Fotógrafo"); Fotomuseum, Winterthur 2011 («Alexander Rodschenko. Revolution der Fotografie»); Bucerius Kunst Forum, Hamburg 2013 («Rodtschenko. Eine neue Zeit»).

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