Hans Staub, Birken im Wind, Bülach 1936.
© Bundesamt für Kultur (BAK), Fotostiftung Schweiz

Philipp Giegel. The Swiss Way

11. Februar bis 7. Mai 2017

Vernissage:
10.2., ab 18 Uhr

Die «Passage» ist unser begleitendes Ausstellungsformat im Korridor der Fotostiftung. Auf 25 Metern Wandfläche werfen wir regelmässig Schlaglichter auf historische und zeitgenössische Positionen der Schweizer Fotografie.

Als die «Schweizerische Zentrale für Verkehrsförderung» 1949 den jungen Philipp Giegel anstellt, ahnt man nicht, dass dieser das Erscheinungsbild der Tourismuswerbung 43 Jahre lang prägen wird. Zunächst soll er sich auf Kopier- und Vergrösserungsarbeiten in der Dunkelkammer konzentrieren und darf nur ausnahmsweise mit der Kamera losziehen. Doch Giegel, Absolvent der bekannten Fotoklasse von Hans Finsler an der Zürcher Kunstgewerbeschule, bringt sich bald mit eigenen Bildideen ein. Er wird zum Hausfotografen der SVZ (Schweizerischen Verkehrszentrale, heute Schweiz Tourismus), dokumentiert Bergpanoramen, Sportveranstaltungen und Verkehrsmittel. Wie Giegel rückblickend festhält, ist es nicht immer leicht, als «guter Beamter» auch ein «guter künstlerischer Fotograf» zu sein. Giegel ist meist mit mehreren Mittelformat- und Grossbildapparaten unterwegs. Mit zwei parallel auf eine Schiene montierten, synchronisierten Rolleiflex-SLX-Kameras belichtet er manche Motive zeitgleich auf Farbdia- und Schwarzweissnegativfilm. Die Dias und Negative dienen ihm auch als Ausgangsmaterial für seine Plakatentwürfe. Durch grafisch wirkungsvolle Ausschnitte und Manipulationen in der Dunkelkammer gestaltet er ikonische Blickfänger, die sich einreihen in die Erfolgsgeschichte des Schweizer Plakatdesigns. Von seinen insgesamt 50 Fotoplakaten werden 12 vom Eidgenössischen Department des Innern als «Die besten Plakate des Jahres» prämiert. Der Nachlass von Philipp Giegel (1927–1997) ist seit 1997 Teil der Sammlung des Bundesamts für Kultur und befindet sich als Dauerleihgabe in der Fotostiftung Schweiz.

Kuratiert von Teresa Gruber.