Jean Moeglé, Berner Bäuerin, um 1890
René Burri
Mestrovic-Indianer an der Grant Park Plaza, Chicago, 1972

René Burri
(*1933, Zürich)

Ein Indianer inmitten der Metropole. Das Denkmal eines Mannes, der zur Attacke reitet, von dem wir wissen, dass er verloren hat. Geschichte und Gegenwart auf einen Blick mit dem Bild von einem Mestrovic-Indianer an der Grant Plaza in Chicago. Dass wir eine Aufnahme von solch gedrängter Aussagekraft haben, die noch zu weiteren kulturhistorischen Assoziationen verleiten könnte, verdanken wir dem Fotografen René Burri und seinem überraschenden Blickwinkel. Seit 1959 Vollmitglied der Fotoagentur Magnum ist er einer der wenigen Schweizer Fotografen, die internationales Renommee erlangten. Dafür stehen seine Reportagen für die Kulturzeitschrift du über Bahia oder die Gauchos wie seine Beiträge in Paris Match, Life und Stern. Frucht seines Fotojournalismus sind Bildbände wie Die Deutschen (1962) oder Monografien über Le Corbusier und Pablo Picasso. Ein Klassiker seiner Porträtkunst ist das Bild des Zigarrenrauchenden Che Guevara. Zeugnis seiner Weltläufigkeit ist die Bilanz seiner Fotos in „One World“ (1984).

Hugo Loetscher

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Kurzbiographie

Kunstgewerbeschule Zürich, Fachklasse für Fotografie bei Hans Finsler 1950-1953. Kamera-Assistent für einen Cinemascope-Film der Walt Disney Productions über die Schweiz 1953. Fotografischer Mitarbeiter des Grafikers Josef Müller-Brockmann 1954-1955. Eine Fotoreportage über die musikalische Erziehung taubstummer Kinder (Mimi Scheiblauer) wurde 1955 von der Fotoagentur Magnum angenommen und erschien in Life. Beginn der Reisen als Korrespondent für Magnum 1956. Ernennung zum Magnum-Vollmitglied 1959, Präsident von Magnum Europe 1982. Bereiste als Fotojournalist die ganze Welt, seine zahllosen Reportagen erschienen in allen grossen Zeitschriften. Erhielt verschiedene Preise. Sein Bild von Ché Guevara mit Zigarre wurde zu einer Ikone der Fotografiegeschichte.