Hans Baumgartner, Kranen, Paris 1930er Jahre.
Jacques-Henri Lartigue
Paris, Avenue du Bois de Boulogne, 1911

Jacques-Henri Lartigue
(1894, Courbevoie - 1986, Nizza)

Kaum ein Bild, das gleicherweise kraft einer simplen Situation und dank einer strengen Komposition für Mondänität schlechthin steht: „Paris, Avenue du Bois de Boulogne, 15, Janvier 1911“. Ein Foto, das als klassisches Zeugnis für die Pariser „belle epoque“ betrachtet werden kann. Erstaunlich aber, dass eine solche Fotografie Jahrzehnte lang ein Dasein in einem der 120 Alben fristete, die Jacques-Henri Lartigue (1894–1986) im Laufe seines Lebens mit seinen Aufnahmen angelegt hatte. Er ging schon gegen die siebzig, als seine Bilder im Museum of Modern Art in New York ausgestellt wurden und die Öffentlichkeit als Fotografen einen Pionier der Momentaufnahme entdeckte. Schon als Junge hatte Lartigue begonnen, seine Umwelt zu fotografieren und das erste seiner privaten Alben anzulegen. In Folge nahm er auf, wonach Interesse und Lust standen, nicht zuletzt galt seine Vorliebe Sportanlässen und insbesondere den Autorennen,  was ihn zu einem der ersten Fotografen machte, dem es gelang, Bewegung im Bild festzuhalten. Ausgebildet als Maler, brachte er sich als Maler durch. Er zählt zu den Fotografen, die als Amateure einen ersten Rang in der Fotografie erlangen. “Phototagebuch unseres Jahrhunderts“ (1970) nannte er seine Fotopublikation.

Hugo Loetscher

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Kurzbiographie

Lartigue Zum Maler ausgebildet, war Lartigue als Fotograf ein Amateur. Seine grosse Leidenschaft waren, neben den eleganten Damen im Bois de Boulogne und Sportanlässen, Autos und Autorennen. Dabei gelang ihm 1912 ein heute berühmter Schnappschuss eines vorbei rasenden Rennautos, der zu den frühesten Momentaufnahmen zählt. Lartigue erstellte auch eine visuelle Autobiografie, die aus 120 Alben mit Originalfotografien besteht. Da er sich zunehmend auf die Malerei konzentrierte, wurde Lartigues fotografisches Werk erst in den sechziger Jahren entdeckt.