Edward S. CurtisKwakiutl House Frame, 1914
Edward S. Curtis
(1868, White Water/USA - 1954, Los Angeles)
Während die Indianer von der nordamerikanischen Landkarte verschwanden oder, wenn nicht ausgerottet, in Reservate abgedrängt wurden, fanden sie Unterschlupf in einem der grossartigsten Unternehmen der Ethno-Fotografie. Ab 1900 machte sich Edward Curtis daran, die untergehenden Lebensweisen und die Traditionen zahlreicher Indianerstämme zu dokumentieren. In einer dreissigjährigen Arbeit entstanden an die 40 000 Fotos von über achtzig Stämmen. Darunter auch die Aufnahme von Kwakluti, der Tochter des Nakoaktok-Häuptlings. Früchte dieser Dokumentierung sind die zwanzig Bände „The North American Indian“, die von 1907 bis 1930 erschienen. Zur Dokumentation gehören ausserdem 10 000 Musik- und Sprachaufnahmen. Das Unternehmen war anfänglich von J.P. Morgan unterstützt worden, doch seine Bank verkaufte für 1000 Dollar Stehsatz, Druckplatten und Glasnegative an die Bostoner Charles E. Lauriat Company, wo dieses einzigartige Werk erst 1972 in den Lagerräumen entdeckt wurde.
Hugo Loetscher
Kurzbiographie
Nach einer Reise zu den Eskimos in Alaska beschloss Curtis 1899, alle Indianerstämme westlich des Mississippi fotografisch festzuhalten, bevor deren Kultur verschwinden würde. Dank der Vermittlung durch Präsident Theodore Roosevelt fand Curtis finanzielle Unterstützung beim Bankier J.P. Morgan. Zwischen 1906 und 1924 entstanden zehntausende von Aufnahmen. Sie dienten als Basis für die zwanzig grossformatigen Bände The North American Indian, die umfangreichste und bedeutendste fotografische Dokumentation der Indianer Nordamerikas.

