Fernand Gigon, Fischer in der Provinz Jehol, China, 1956.
Gornergrat, Zermatt, 2016, aus dem Projekt «Fremdvertraut». © Simon Roberts

Fremdvertraut. Aussensichten auf die Schweiz

11. Februar bis 7. Mai 2017

Das Bild der Schweiz wurde massgeblich von Fotografien geprägt, die einen touristischen Hintergrund haben. Spektakuläre Bergpanoramen, ländliche Idyllen oder ursprünglich wirkende Porträts liessen sich erfolgreich vermarkten und lieferten einen wichtigen Beitrag zur nationalen Identität. Sie führten aber auch zur Inflation und Erstarrung des entsprechenden Bildrepertoires. Schweiz Tourismus, die nationale Agentur für Landeswerbung, hat sich anlässlich ihres 100-Jahr-Jubiläums zu einem ungewöhnlichen Projekt entschlossen, um das Potenzial der Fotografie neu auszuloten. Unter der Regie von Fotostiftung Schweiz (Winterthur) und Musée de l'Elysée (Lausanne) wurden fünf international renommierte Fotografen eingeladen, die Schweiz als unabhängige, subjektive und sensible Beobachter zu befragen – frei von jedem Werbeauftrag. Was Alinka Echeverría (Mexiko / UK), Shane Lavalette (USA), Eva Leitolf (Deutschland), Simon Roberts (UK) und Zhang Xiao (China) auf ihren Reisen ins Landesinnere oder entlang der Grenze gesehen haben, ist inspirierend und aufschlussreich. Ihre lustvollen, poetischen oder rätselhaft-hintergründigen Bilder laden dazu ein, das Vertraute mit fremden Augen neu zu sehen.

Eine Initiative der Fotostiftung Schweiz, koproduziert mit dem Musée de l'Eysée und unterstützt von Schweiz Tourismus. Ausstellung im Musée de l'Elysée, Lausanne: 25. Oktober 2017 bis 7. Januar 2018. Zur Ausstellung erscheint eine Publikation bei Lars Müller Publishers.

 

Somalia, Mogadischu, 2012. © Dominic Nahr

Dominic Nahr – Blind Spots

20. Mai bis 8. Oktober 2017

Die Fotografien von Dominic Nahr (geb. 1983) werden in Nachrichtenredaktionen der Weltpresse geschätzt. In Ausstellungen entfalten sie ihre volle Kraft. Die harten Fakten der internationalen Krisenherde sind dabei nur das äussere Gerüst, um tief in die Lebenswelten der Menschen einzutauchen. Nahr vermittelt Befindlichkeiten und Stimmungen, die weder in Worte noch in Statistiken zu fassen sind. Die Ausstellung «Blind Spots» widmet sich vier afrikanischen Staaten, denen kontinuierlich der Verfall droht, Länder, die den Bedürfnissen ihrer Bevölkerungen nach Sicherheit und Grundversorgung nicht gerecht werden: Südsudan, Somalia, Mali und die Demokratische Republik Kongo. Viele ihrer Probleme sind durch äussere Einflüsse verursacht, die in der Kolonialgeschichte wurzeln. Als instabile Gebilde sind sie aber auch heute noch den Interessen und dem Gewinnstreben fremder Mächte ausgesetzt, ob es um Rohstoffe oder um politisches Erbe geht. Die Opfer der Rivalitäten sind immer jene Menschen, die sich im Schatten der Mächtigen zu arrangieren versuchen – kaum oder nicht beachtet von der Weltöffentlichkeit. Diese «blinden Flecken» gilt es zu beleuchten.

Elektroofen, Honegger Rüti, 1942. © Jakob Tuggener Stiftung, Uster

Jakob Tuggener –Maschinenzeit. Fotografien und Filme

21. Oktober 2017
bis 28. Januar 2018

Jakob Tuggener (1904-88) gehört zu den Ausnahmeerscheinungen der Schweizer Fotografie. Seine persönlichen und ausdrucksstarken Aufnahmen von rauschenden Festen der besseren Gesellschaft sind legendär, und sein Buch Fabrik von 1943 gilt als ein Meilenstein der Geschichte des Fotobuchs. Im Zentrum der Ausstellung «Maschinenzeit» stehen Fotografien und Filme aus der Welt der Arbeit und der Industrie. Sie reflektieren nicht nur die technische Entwicklung von der Textilindustrie im Zürcher Oberland bis zum Kraftwerkbau in den Alpen, sondern zeugen auch von Tuggeners lebenslanger Faszination für alle Arten von Maschinen: von Webstühlen über Schmelzöfen und Turbinen bis zu Lokomotiven, Dampfschiffen und Rennautos. Er liebte ihren Lärm, ihre dynamischen Bewegungen und ihre unbändige Kraft, und er setzte sie künstlerisch um. Gleichzeitig beobachtete er die Männer und Frauen, die mit ihrer Arbeit den Motor des Fortschritts am Laufen halten – nicht ohne anzudeuten, dass dereinst Maschinen die Menschen beherrschen könnten.

In Zusammenarbeit mit der Jakob Tuggener-Stiftung. Zur Ausstellung erscheint eine Auswahl von Tuggeners bisher unveröffentlichten Buchmaquetten im Steidl Verlag.