Martin Glaus, „Tour de Suisse“, 1959.
Beni und Andi, 1982 © Barbara Davatz
Beni, Charlotte, Lou-Salomé und Natalie, 2014
© Barbara Davatz

Barbara Davatz – As Time Goes By, 1972 bis 2014

27. Februar bis 16. Mai 2016

1982 porträtiert Barbara Davatz (*1944) 12 junge Paare aus der Zürcher Szene, die verliebt, befreundet oder verwandt sind. Sie fotografiert vor neutralem Hintergrund und konzentriert sich auf die Ausdruckskraft der Porträtierten, die Gesichter, die Blicke, die Körpersprache sowie das subtile Spiel mit Kleidern und Accessoires. Damit legt sie den Grundstein für eine Langzeitstudie, die nun schon mehr als drei Jahrzehnte umfasst: 1988, 1997 und 2014 erweitert sie die Porträtserie mit denselben Menschen, die zum Teil in neuen Beziehungen stehen. Auf diese Weise schafft sie nicht nur eine einzigartige Studie über das Älterwerden, sondern gibt auch Einblick in den Wandel der Gesellschaft und der Stile. «As Time Goes By» ist schliesslich auch eine Arbeit über sichtbare und verborgene Anziehungskräfte zwischen Menschen – ein Klassiker der Schweizer Fotografie, von der Edition Patrick Frey in neuer, umfassender Form publiziert und in der Fotostiftung Schweiz zum ersten Mal vollständig ausgestellt. Die Schau wird ergänzt durch weitere konzeptuelle Porträtserien, beginnend mit den eindrücklichen Bildern einer Fabrikbelegschaft von 1972. In all diesen Arbeiten wird deutlich, wie konsequent und eigenständig Barbara Davatz ihre Projekte verwirklicht hat.

Barbara Davatz. As Time Goes By. 1982, 1988, 1997, 2014.
Edition Patrick Frey, 2015.

 

Arbeiterinnen der Schokoladenfabrik Cima-Norma, Dangio-Torre
© Fondazione Archivio Fotografico Roberto Donetta, Corzoneso

Roberto Donetta
Fotograf und Samenhändler aus dem Bleniotal

28. Mai bis 4. September 2016

Der Tessiner Roberto Donetta (1865-1932) gehört zu den grossen Aussenseitern der Schweizer Fotografie. Er fristete sein Leben als wandernder Fotograf und Samenhändler und hinterliess nach seinem Tod rund 5000 Glasplatten, die sich durch Zufall erhalten haben: sie halten das archaische Leben seiner Landsleute im damals noch abgeschotteten Valle di Blenio und den langsamen Einzug der Moderne präzis und einfühlsam fest. So wurde Donetta in einer Epoche des Umbruchs über die Zeitspanne von 30 Jahren zu einem einzigartigen Chronisten, verstand sich aber gleichzeitig als Künstler, der – als Autodidakt – mit grosser Freiheit experimentierte und sein Medium virtuos einzusetzen wusste. Seine Bilder sind eindringlich und humorvoll, heiter und todernst, ob sie Kinder, Familien, Hochzeitspaare, Berufsleute, den harten Alltag von Frauen und Männern oder den Fotografen selbst zeigen. Das Valle di Blenio als Mikrokosmos: mit Donetta wird das Tessiner Bergtal zur Bühne eines grossen Welttheaters. Die Ausstellung zeigt rund 120 Werke aus dem Donetta-Archiv, viele davon werden zum ersten Mal überhaupt öffentlich präsentiert.

In Zusammenarbeit mit MASI Museo d’arte della Svizzera italiana, Lugano und Fondazione Archivio Roberto Donetta, Corzoneso.
Zur Ausstellung erscheint eine Monografie im Limmat Verlag, Zürich.

Höhepunkt der Pilgerfahrt nach Saut d'Eau, Ville de Bonheur, 2008
© Thomas Kern

Thomas Kern – Haiti. Die endlose Befreiung

17. September 2016
bis 29. Januar 2017

Thomas Kern (*1965), Mitbegründer der Schweizer Fotoagentur Lookat Photos, hat sich in den 1990er Jahren mit Reportagen einen Namen gemacht, in deren Zentrum die Auswirkungen von Krieg und Konflikten stehen. 1997 reiste er im Auftrag der Kulturzeitschrift du zum ersten Mal nach Haiti. Seither kehrt er immer wieder dorthin zurück, um die wechselhafte Geschichte der ehemaligen «Perle der Antillen» festzuhalten. In klassischem Schwarzweiss dokumentiert Kern den täglichen Überlebenskampf in einem der ärmsten Länder der Welt – diskret und zugleich so nahe bei den Menschen wie möglich. Seine Bilder zeigen die grossen individuellen Anstrengungen und die kleinen Freuden im alltäglichen Leben, das geprägt ist von Naturkatastrophen, politischer Instabilität und einer schleichenden ökologischen Katastrophe. Darüber hinaus erzählen sie von der Geschichte der Sklaverei und vom Ausweg in die spirituelle Welt des Vodou. Die Ausstellung vereinigt Bilder aus über fünfzehn Jahren und bringt Kerns bisher umfangreichstes Langzeitprojekt, das im Spannungsfeld zwischen dauerndem Elend und einem unbändigem Lebenswillen entstanden ist, zu einem fulminanten Abschluss.

Mit Unterstützung der Freunde der Fotostiftung Schweiz.
Parallel zur Ausstellung erscheint ein Buch im Verlag Scheidegger & Spiess, Zürich.