Anonym, Caroline Imhof-Hünerwadel, Daguerreotypie, um 1850.
Somalia, Mogadischu, 2012. © Dominic Nahr

Ab 20. Mai: Dominic Nahr – Blind Spots

20. Mai bis 8. Oktober 2017

Vernissage:
19.5., ab 18 Uhr

Die Fotografien von Dominic Nahr (geb. 1983) werden in Nachrichtenredaktionen der Weltpresse geschätzt. In Ausstellungen entfalten sie ihre volle Kraft. Die harten Fakten der internationalen Krisenherde sind dabei nur das äussere Gerüst, um tief in die Lebenswelten der Menschen einzutauchen. Nahr vermittelt Befindlichkeiten und Stimmungen, die weder in Worte noch in Statistiken zu fassen sind. Die Ausstellung «Dominic Nahr – Blind Spots» widmet sich vier afrikanischen Staaten, denen kontinuierlich der Verfall droht, Länder, die den Bedürfnissen ihrer Bevölkerungen nach Sicherheit und Grundversorgung nicht gerecht werden: Südsudan, Somalia, Mali und die Demokratische Republik Kongo. Viele ihrer Probleme sind durch äussere Einflüsse verursacht, die in der Kolonialgeschichte wurzeln. Als instabile Gebilde sind sie aber auch heute noch den Interessen und dem Gewinnstreben fremder Mächte ausgesetzt, ob es um Rohstoffe oder um politisches Erbe geht. Für die von den Konflikten betroffene Bevölkerung interessiert sich die Weltöffentlichkeit kaum. Das mediale System weist blinde Flecken auf – Wahrnehmungslücken und Verdrängungsmechanismen, gegen die auch die Fotografen machtlos sind. Vor diesem Hintergrund werfen Dominic Nahrs Bilder wichtige Fragen auf: Was kann, was muss eine Fotografie zeigen? Sollen wir hinschauen oder wegschauen? Und darf ein schreckliches Bild schön sein?

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