Yvan Dalain, Schulreise zum Rütli, 1952.
Fotopostkarte, um 1915, Sammlung Fotostiftung Schweiz

1914/18 –
Bilder von der Grenze

7. Juni bis 12. Oktober 2014

In der Schweiz haben sich die Jahre der Grenzbesetzung 1914 bis 1918 in einer speziellen Gattung von Bild- und Textdokumenten niedergeschlagen: fotografische Postkarten. Diese Karten, die von den Soldaten 100'000fach an die Lieben zu Hause verschickt wurden, waren nicht einfach industriell hergestellte Drucksachen. Vielmehr handelt es sich um originale Fotografien, häufig von Amateuren vor Ort gemacht und in Kleinstauflagen auf Fotopapier vergrössert: Einzel- und Gruppenporträts, Szenen aus der Küche oder im Lazarett, Männer in geselliger Runde und beim Zeitvertreib. In ihrer vordergründigen Harmlosigkeit erscheinen sie wie ein kollektives Beruhigungsmittel. Sie verraten aber auch, wie der Grosse Krieg tatsächlich wahrgenommen wurde, was die Menschen in ihrem Alltag beschäftigte und wie sie gegen ihre Ohnmacht ankämpften. Die Fotostiftung Schweiz hat in den letzten Jahren über 1000 dieser berührenden Zeugnisse zusammengetragen, die nun zum ersten Mal ausgewertet werden.

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Mit Unterstützung von Bundesamt für Kultur und Migros-Kulturprozent.

1914/18 –
Stephan Schenk, Kreuzweg

7. Juni bis 12. Oktober 2014

Parallel zur Ausstellung «Bilder von der Grenze» zeigt Stephan Schenk (geb. 1962) seine Arbeit «Kreuzweg»: 14 Fotografien von den grössten Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs in Europa und Übersee. Schenk richtet seinen Blick jeweils nur auf einen kleinen Ausschnitt des geschichtsträchtigen Bodens und stellt auf diese Weise auch die Frage, ob die «Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts» überhaupt durch konventionelle Bilder vergegenwärtigt werden kann. Konsequenterweise hinterfragt er auch das Objektivität vortäuschende Medium Fotografie: Er verwebt seine Aufnahmen zu monumentalen Teppichen und greift damit auf uralte Formen der Bildüberlieferung zurück. Die an den Wänden des Ausstellungsraums installierten Werke liefern Stoff für eine andere, assoziative, emotionale und nicht-dokumentarische Form der Erinnerungskultur.

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Mit Unterstützung von Bundesamt für Kultur und Migros-Kulturprozent sowie Graubündner Kantonalbank, Kulturförderung Kanton Graubünden / Swisslos, Stiftung Stavros S. Niarchos, Stiftung Lienhard-Hunger.

Tannenberg, Polen, 2012, aus der Serie «Kreuzweg» © Stephan Schenk